Sonntag, 11. Januar 2015

Grausam absurder Alltag im Islamischen Staat Timbuktu

Monty Python hätten das schreiben können: Zwei Männer unterhalten sich, beide höflich und geduldig. Der eine bringt seine Bedenken über die Tatsache zum Ausdruck, dass über Nacht ein Mädchen verheiratet wurde, die das gar nicht wollte, an jemanden, den sie gar nicht kennt. Nicht mal seine Eltern waren involviert. Der andere argumentiert mit wunderlichen Zitaten aus einem alten Buch. Die Heirat bleibt bestehen. Willkommen im gerechten, islamischen Staat Timbuktu!



Mittwoch, 8. Januar 2014

Der Untergang Hollywoods fällt aus. Oder doch nicht?

Mitte des Jahres 2013 sagte Steven Spielberg voraus, Hollywood werde implodieren. George Lucas stimmte ihm wenig später zu - und bald hatten wir Mitte Juni bis Mitte Juli eine hübsche Debatte in Forbes, Slate und Hollywood Reporter, ob sie nun Recht hätten oder nicht. Hollywood steht zwar noch, aber so ganz restlos glücklich dürften man dort Ende 2013 auch nicht gewesen sein. Das große klingelnde und bimmelnde Spaßkino läuft zwar nicht Gefahr, sich selbst beim Feuerwerkeln abzubrennen, aber ihm drohen die Füße einzuschlafen.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Godzilla, Kaiju, Ligeti

Mein Blog schläft eigentlich gerade wegen diversen zeitraubenden Troubles, aber eine gewaltige Echse reißt es dann doch aus dem Schlaf: Godzilla ist wieder da. Eine amerikanische Version. Und es sieht so aus, als wollten Legendary Pictures und Rgeisseur Gareth Ewards ("Monsters") uns vergessen lassen, dass es zuvor jemals diese eine amerikanische Version gegeben hat.

Montag, 21. Oktober 2013

Rettet die Parodie vor Seltzerberg

Ich möchte gerne wieder eine gute Parodie sehen. Gibt es das noch? Tatsächlich gibt es geniale, liebvolle Parodien – doch sie alle sind Web-Originale von Privatleuten (Amateure kann man eigentlich nicht mehr sagen, so professionell sind sie). Im Kino aber? Das Duo Friedberg und Seltzer haben den Trailer ihrer neuesten kreativen Ausscheidung veröffentlicht: Ein Referenzfilm zu „The Hunger Games – Die Tribute von Panem“, der im deutschen Kino den Titel „Die Pute von Panem“ tragen wird, was mir zumindest ein leichtes Lächeln abringt, besonders da er im Original fantasielos „The Starving Games“ heißt. Ob Selzerberg diesmal versehentlich tatsächlich mal eine Parodie fabriziert haben, wage ich zu bezweifeln.

Sonntag, 22. September 2013

Tut das Deutsche lieben!

Wenn ein Cello bedeutungsschwanger schrummelt und in leicht hellgrauer, serifenloser Schrift der Vorspann auf tintenschwarzer Leinwand erscheint, wenn dieser all die deutschen Institutionen auflistet, die Geld in den folgenden Film gesteckt haben und wenn es dazu noch ihrer viele sind, weiß der Zuschauer: Es droht Unheil. Deutsches Filmunheil. Bei „Zum Geburtstag“ kam neben dem normalen deutschen Filmunheil noch hinzu, dass der Film nich tmal Deutsch spricht. Allerdings: Das spricht kaum ein Film.

Sonntag, 15. September 2013

Wadjda oder die Leichtigkeit der religiösen Diktatur

Ein Kind wünscht sich ein Fahrrad, spart darauf Geld und nimmt an einem Wettbewerb Teil, um sich mit dem Preisgeld den Wunsch zu erfüllen. Nur: Das Kind ist ein Mädchen in Saudi-Arabien, und da darf sie kaum vor die Tür, geschweige denn, dass sie Fahrrad fahren dürfte. Ein Gesetz dagegen gibt es nicht, aber Mädchen und Frauen fahren einfach nicht Rad. Das geht nicht, das gibt’s nicht. Weil: Das ist so. In der Welt, in dem "Das Mädchen Wadjda" lebt: Saudi Arabien.

Freitag, 30. August 2013

Wer darf Batman spielen?

Charlton Heston als Moses! Wie kann man die Rolle eines der großen biblischen Propheten mit einem unerfahrenen Schauspieler besetzen, der zuvor lediglich als Zirkusdirektor in „Die größte Schau der Welt“ aufgefallen war. Der Regisseur nahm ihn offenbar auch wegen seiner physischen Ähnlichkeit zur Moses-Statue von Michelangelo – aber Michelangelos Moses-Interpretation ist doch wohl kaum allgemein anerkannter Kanon! Und damit zu einer noch viel wichtigeren quasi-biblischen Figur und einer ebenfalls kontroversen Casting-Entscheidung: Ben Affleck als Batman.